Die beiden bedeutendsten Einhorn-Folgen, die aus der Zeit des ausklingenden Mittelalters erhalten geblieben sind, faszinieren nicht nur wegen ihrer Grösse, ihrer Schönheit und der Qualität der Ausführung, sondern auch wegen der Rätsel, die sie aufgeben: Wer war der entwerfende Künstler, was stellen sie dar, für wen waren sie bestimmt? Die Bildteppich-Folge der ’Dame à la Licorne’ im Pariser Mittelaltermuseum ist eine Projektionsfläche, die immer neue Interpretationen hervorruft: ARB deutet die Tapisserie-Folge als künstlerische Parallele zu Marsilio Ficinos neuplatonischer Philosophie: Die Protagonistin stellt die „Weltenseele“ dar; die ihr zur Hand gehende Begleiterin verkörpert das aktive Prinzip, die „Quintessenz“. Dabei erweist sich jeder Teppich als Allegorie eines Sinnes, eines Wochentags, einer Gottheit, eines Gestirns, einer Muse, einer Tugend, einer Etappe des anthroposophischen Werdegangs.
Das alchemistische Meisterwerk verweist auf einen Vertreter der „Ästhetik des Rätselhaften“. Derselbe Künstler ist (ARB zufolge) auch der Urheber der nicht weniger berühmten ’Einhornjagd’ in The Cloisters (MMA) in New York.
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